Lernkonzepte

Neue Lernkonzepte

: Informationen für Personalentwickler, Trainer, Dozenten, Kursentwickler und Erwachsenenbildner

Die digitalen Lernmedien haben die didaktischen Möglichkeiten für innovative Lehr-/ Lernkonzepte beträchtlich erweitert und den Lernraum sehr vergrößert. Unser besonderes Augenmerk liegt dabei vor allem auf den sozialen Formen des Lernens, wie zum Beispiel den Communities of Practicesowie dem sozialem Lernen und der individuellen Kompetenzentwicklung am Arbeitsplatz.

Eine prinzipielle Unterscheidung, die beim Lernen heute getroffen wird, ist der Anlass des Lernens. Wissen und Kompetenzen können formal, im bestehenden Bildungswesen mit den entsprechenden Abschlüssen erworben werden oder non-formal, das bedeutet parallel zum Bildungssystem oder informell, das heißt meist unbewusst während bestimmter Tätigkeiten im beruflichen oder privatem Kontext erworben werden.

In diesem Kontext wird auch gerne die 70:20:10 Regel von Jennings zitiert, die auf Forschungsergebnissen von Lombardo&Eichinger beruht und besagt, dass die Lernerfahrungen erfolgreiche Manager zu 70% auf Erkenntnissen beruhen, die sie im konkreten Tun am Arbeitsplatz erfahren haben, zu 20% im Austausch mit Kollegen und zu 10% in formalen Bildungssettings erworben haben. Diese Formel verführt gerne dazu, informelles Lernen als das anstrebenswerte Lernen zu erklären und vermehrt Situationen herbeizuführen, die diese Form des Lernens verstärken.  Peter Addor beschreibt anschaulich, warum es heute jedoch nicht ausreichend ist, nur auf informelles Lernen zu setzen. Unsere Welt ist zu komplex geworden. Je mehr Verantwortung eine Person hat, desto häufiger muss sie bewusste Lernphasen einplanen, in denen sie sich auch ihre mentalen Modelle bewusst macht.

Social Workplace Learning

Evaluationen von Lernergebnissen haben gezeigt, dass nur 7 – 8% des Wissens aus herkömmlichen Weiterbildungen zur Anwendung kommt. 70% des beruflich relevanten Wissens wird in informellen Lernzusammenhängen erworben.

Das verfügbare und benötigte Wissen wächst jedoch exponentiell, Wissen veraltet immer schneller. Systematisches, lineares Lernen auf Vorrat und nach vorgegebenen Curricula wird immer unzugänglicher.

Die Bedeutung des Lernens durch das konkrete Tun am Arbeitsplatz mittels Herausforderung durch reale Problemstellungen wurde lange nicht erkannt.

Deshalb: will man berufliches Lernen fördern, muss man das informelle Lernen am Arbeitsplatz stärken. Das geschieht durch die systematische Einbindung von informellen Lerngemeinschaften, den sogenannten Communities of Practice in die Unternehmensstruktur.

Communities of Practice

Communities of Practice sind sich selbstorganisierende Lerngruppen, die sich gezielt mit einem bestimmten Thema auseinandersetzen.

Das Thema gibt die Orientierung vor. Gemeinsame Spielregeln sind das Grundgerüst. Die wichtigste Regel  ist das gegenseitige Geben und Nehmen.

Eine Community of Practice lebt vom Geben und Nehmen. Das bezieht sich auf den Austausch von Fachwissen, von Erfahrungswissen, von praktischem Wissen, aber auch auf Beratung und emotionale Unterstützung.

Gemeinschaften sind ohne Emotionalität nicht denkbar. Lernen ist ein kognitiver, sozialer und emotionaler Prozess. Communities of Practice schaffen Bindung und Verbindlichkeit.

Wir initiieren Communities in Ihrem Unternehmen.

Persönliches Wissensmanagement

Das benötigte Fachwissen wächst exponentiell. Jeder Mitarbeiter, jede Führungskraft ist aufgefordert sich kontinuierlich „auf dem Laufenden“ zu halten. Nur dadurch kann sich das Unternehmen zu einer konstant lernenden Organisation entwickeln.

Lernen ist der Anpassungsprozess von Menschen an die sich verändernde Umwelt. Lernen ist vor allen Dingen auch ein kommunikativer Prozess, ein Prozess des Gebens und Nehmens, des immerwährenden Austausches in persönlichen Lernnetzwerken.

Persönliches Wissensmanagement baut deshalb auf Vernetzung in Fachgemeinschaften auf und benötigt elegante Ordnungssysteme, die diese Vernetzung unterstützen.

Wir helfen Ihnen dabei, Ihr Wissen zu organisieren.

Kompetenzentwicklung mit ePortfolios

Das weltweite Wissen wächst exponentiell. Fachwissen veraltet immer schneller. An die Stelle von Wissen treten Kompetenzen und deren kontinuierliche Weiterentwicklung.

Arbeitgeber sind gezwungen für die sich zunehmend spezialisierende individuelle berufliche Bildung ihrer Fachkräfte Sorge zu tragen. Aber auch jeder Arbeitnehmer selbst ist aufgefordert, sich kontinuierlich weiterzubilden, um damit seine Beschäftigungsfähigkeit aufrecht zu erhalten.

Selbstorganisierte Weiterbildung gelingt besser, wenn ein guter Überblick über die eigenen Fähigkeiten und Interessensgebiete besteht und eine Unterstützungsstruktur vorhanden ist.

Eine solche Unterstützungsstruktur stellen digitale Lerntagebücher und ePortfolios dar.

Online Seminare

Die Bedeutung des Arbeitsplatzes als Lernort blieb in der erziehungswissenschaftlichen Praxis lange Zeit unbeachtet. Neue Lernkonzepte beziehen das Lernen am Arbeitsplatz und in Communities mit ein.

Learning Communities lassen sich als formelle und informelle Lerngemeinschaften organisieren. Formelle Lerngruppen sind meist gesteuert, d.h. Lernwege, Lerninhalte und Formen der Wissensaneignung sind vorgegeben. Neu sind jedoch Didaktik und Methodik, die nicht auf die Vermittlung von Wissen setzen, sondern auf eine Ermöglichung von Lernen in sozialen, kollaborativen Strukturen.

Wir bevorzugen bei unseren Konzeptionen das Didaktische Modell von Gilly Salmon, welches auf Kollaboration und Online Lernbegleitung(eModeration) aufbaut.

Ein heute vielzitierte Sonderform von online Seminaren sind die MOOCs, die vor allem im Kontext von Hochschule und Universität zitiert werden, deren Einsatzmöglichkeiten aber auch für Unternehmen ausgesprochen vielfältig sind. Siehe dazu auch weiter unten.

Flipped Classroom

Das Flipped Classroom Model, auch Inverted Classroom Model genannt, ist ein Blended Learning Format, welches wir bereits seit geraumer Zeit erfolgreich in der Erwachsenenbildung  einsetzen. Auf deutsch übersetzt bedeutet „flipped“ oder „inverted“ umgedreht, also das „umgedrehte“ Klassenzimmer.

Gemeint ist damit, dass die Aneignung des Unterrichtsstoffes zuhause, meist online stattfindet und im Anschluss im Präsenz-Workshop das gelernte Wissen durch praktische Übungen gefestigt wird. Die „Hausaufgaben“ finden also im Klassenzimmer statt und die Instruktion zuhause.

In einem solchen Lehr-/Lernkontext spielen für die Wissensaneignung Videos verschiedener Formate eine wichtige Rolle.

MOOCs

MOOCs  haben große Aufmerksamkeit erlangt.  MOOCs sind Massive Open Online Courses, also Kurse, die kostenfrei für eine Vielzahl von Teilnehmenden im Internet zur Verfügung stehen. Erfunden wurde dieses neue Lernformat in Kanada von Stephen Downs und George Siemens, die im Jahre 2011 zusammen mit Dave Cormier den berühmten #Change11 MOOC durchführten, der insgesamt 35 Wochen dauerte.

MOOCs spielen heute vor allem im Kontext von Hochschule und Universität eine Rolle. Ihre Einsatzmöglichkeiten sind jedoch auch für Unternehmen und gemeinnützige Organisationen ausgesprochen vielfältig.

Wir sind MOOC-Maker und unterstützen Sie gerne dabei, Ihren eigenen MOOC durchzuführen.