06 Mrz
2018

Ich mache gerade eine Fortbildung zur OER – Fachexpertin und in einem Anfall von Übermut habe ich mich sogar zur PRÜFUNG(!) angemeldet!

Jetzt heißt es fleißig sein, einen Online Kurs zu Ende durcharbeiten, in Foren mit Gleichgesinnten diskutieren, Artikel schreiben, OER entwickeln, posten – und lernen.

Ich hatte Glück, denn eine ProfilPASS-Kollegin, Brigitte Kräussling – DANKE liebe Brigitte – hat mich auf diesen Kurs aufmerksam gemacht, der bis Ende April aufgrund einer Förderung des Bundes noch kostenlos besucht werden kann. Soweit ich erfahren habe, bleibt der Kurs als Selbstlernkurs auf der Lernplattform der FH Lübeck MOOIN bestehen, nur für die Prüfung wird vom BDVT in Zukunft eine Gebühr erhoben werden müssen.

Doch bevor ich weiter erzähle:

 

Was sind OER?

OER steht für Open Educational Resources, deutsch: offene, frei zugängliche Bildungsmaterialien.

Open Educational Resources - Logo

Die UNESCO definiert OER wie folgt:

  • Open Educational Resources (OER) sind Bildungsmaterialien jeglicher Art und in jedem Medium, die unter einer offenen Lizenz veröffentlicht werden.
  • Eine solche offene Lizenz ermöglicht den kostenlosen Zugang sowie die kostenlose Nutzung, Bearbeitung und Weiterverbreitung durch Andere ohne oder mit geringfügigen Einschränkungen.
  • Open Educational Resources können einzelne Materialien aber auch komplette Kurse oder Bücher umfassen. Jedes Medium kann verwendet werden. Lehrpläne, Kursmaterialien, Lehrbücher, Streaming-Videos, Multimediaanwendungen, Podcasts – all diese Ressourcen sind OER, wenn sie unter einer offenen Lizenz veröffentlicht werden.

Quelle: Einführungsseite OER
Das und viel mehr davon erfahren Sie  auf der Infoseite für OER.

 

Wissen teilen mit OER

Der Vorteil der Erstellung von offenen Bildungsressourcen bzw. lizenzoffenen
Bildungsmaterialien bedeutet demnach ein ungeheures Potenzial für die Verbreitung von Bildung(smaterialien) weltweit und kann demzufolge zur Demokratisierung der Bildung beitragen. Auch in Ländern mit hohem Bildungsniveau bewirkt die Verwendung von offenen Lizenzen eine schnellere Verbreitung von neuem Wissen und neuen Erkenntnissen. Auf der Basis der von anderen erstellten Unterlagen kann weitergearbeitet, können eigene Erkenntnisse eingearbeitet und der allgemeine Wissenstand auf diese kollaborative Art und Weise erweitert werden. Das gilt innerhalb von Organisationen wie – und das finde ich besonders spannend – auch außerhalb und somit institutionenübergreifend. Für Lehrpersonen haben OER den weiteren Vorteil, dass Materialien ohne Risiko der Urheberrechtsverletzung verwendet werden können.

Es gibt eine Reihe von Lizensierungsmöglichkeiten. Durchgesetzt haben sich die CC-Lizenzen. Siehe dazu auch die Webseite der Creative Commons.

 

Wie ist die Fortbildung zum OER-Fachexperten aufgebaut?

Die Fortbildung ist in 5 Phasen aufgeteilt. Vom Überblick im Kick-OFF bis hin zur Prüfung beschäftigt man sich immer intensiver mit den OER. Man muss auch eine eigene Arbeit erstellen und ein schlüssiges Geschäftsmodell dazu entwickeln. Für die Arbeit im Kurs bekommt man Badges.

5 Schritte zum OER-Fachexperten

Der Einstieg in den Kurs ist mir leicht gefallen. Für OER habe ich mich schon eine ganze Weile interessiert und bereits im Frühjahr des letzten Jahres ein tolles BarCAMP in München mit sehr inspirierenden Workshops und vielen netten Leuten besucht.

Der Kurs zur OER-Fachexpertin startete für mich im November 2017 mit einem dreistündigen Webinar. Zugegeben, das war in gewisser Hinsicht ein „Marathon“, aber anders hätte ich an einem Kick-Off nicht mehr teilnehmen können. Das Angebot fand ich deshalb richtig super. Sabine Preusse hat einen übersichtlichen Einstieg in das Thema Urheberrecht gegeben und wir durften auch selbst aktiv werden,  durch das Internet surfen und herausfinden unter welchen Lizenzen bestimmte Bilder, Videos und Texte freigegeben waren. Hierdurch habe ich bereits eine Menge gelernt.

Am 2. Januar startete meine 1. Online Phase auf MOOIN. Die Lernplattform MOOIN lässt sich sehr leicht nutzen und auch der Einstieg in den Kurs geht mühelos. Alles wird gut erklärt. Es gibt Videos mit Feedbackfragen und einführende kurze Texte sowie weiterführende Links. Je nachdem wie viel Zeit man hat, kann man sich ausführlicher mit bestimmten Themen auseinandersetzen oder nicht. Ich konnte nicht kontinuierlich lernen, sondern habe mich blockweise mit den Inhalten auseinandergesetzt. In gewisser Weise war mir das auch lieber, mich z.B. einmal ein Wochenende lang ausführlich mit der Thematik OER zu beschäftigen. Aber – und das ist ja das Feine an den Online Kursen – man ist hier ganz frei in der Zeiteinteilung.

An den Faschingstagen – Rosenmontag und Faschingsdienstag fand dann in München in den Räumen des Erzbischöflichen Ordinariats der sehr gelungene Praxis-Workshop in einer angenehmen Atmosphäre statt. Obwohl viele husteten (Grippewelle) haben wir sehr angeregt OER-Fälle und unsere Vorhaben diskutiert. Je nachdem, welchen persönlichen Hintergrund wir hatten, hatten wir auch die Schwerpunkte anders gesetzt. Manche von uns haben sich sehr viel vorgenommen, beispielsweise einen kompletten MOOC für die Kolleg*innen an der Hochschule zu starten oder die Offenheit in der eigenen Institution zu fördern. Die Trainerkollege*innen bewegte am meisten der Gedanke, was oder wie viel man von den eigenen Arbeiten tatsächlich zur freien Verfügung veröffentlichen kann, soll oder muss.

Auch mein eigenes OER-Vorhaben ist umfangreich. Ich möchte ein Online Coaching zum ProfilPASS entwickeln. Für die Prüfung schaffe ich das nicht mehr, deshalb fange ich klein an und habe ein „Potenzial Model Canvas“ entwickelt. Ich habe es hier bereits zum Download gestellt, werde aber auch noch einen ausführlichen Kommentar dazu schreiben, den ich hier veröffentlichen werde.

 

Noch einmal zurück zu den OER:

 

Was fasziniert mich an OER?

OER unterstützen dabei Bildung zu öffnen und allen Interessenten zugänglich machen. Sie verbinden aber auch Personen miteinander, schaffen ein Netzwerk von Engagierten, die sich für Bildung weltweit einsetzen. Das bedeutet auch für eine Veränderung der Bildungssysteme in den entwickelten Ländern.

Welche Bedeutung OER für Unternehmen und Organisationen einnehmen können, darüber spricht Karlheinz Pape im Interview mit Hedwig Seipel (gefunden bei Johanna Brühl).

 

Dieser Text steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Gabriela Westebbe für Samanthanet GmbH & Co.KG.

 

 

 

 

 

samadmin

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