05 Aug
2016

Webinar ist nicht gleich Webinar

Der Begriff Webinar ist heute schon in aller Munde. Aber: Webinar ist nicht gleich Webinar.  Was genau mit „Webinar“ ausgedrückt wwerden soll, das ist häufig überraschend und muss eigentlich in jeder Kommunikation neu geklärt werden. Es gibt wenige Begriffe, die so unterschiedlich und verwirrend gebraucht werden wie das Wort „Webinar“.

Ursprünglich war mit Web-inar ein Sem-inar gemeint, welches über das World Wide Web gehalten wird. Das ursprüngliche Kunstwort Webinar ist übrigens seit 2003 beim Deutschen Patent- und Markenamt als Wortmarke eingetragen.

Mittlerweile wird unter dem Begriff „Webinar“ jedoch eine Vielzahl von sehr unterschiedlichen Formaten verstanden, denen nur gemeinsam ist, dass sie über das Internet übertragen werden.

Ich möchte einige Beispiele anführen:

Online Vortrag

Das ist die einfachste Form eines als Webinar bezeichneten Live Online Angebots. Der Trainer oder die Referentin tragen Inhalte vor, meist mit Graphiken /Powerpointfolien unterstützt. Während des Vortrags oder auch im Anschluss daran gibt es für die Teilnehmenden die Möglichkeit, Fragen an den oder die Referentin zu stellen. Sehr selten werden die Folien zum direkten Download angeboten. Aber häufig wird den Teilnehmenden eine Aufzeichnung zur Verfügung gestellt.

Bereits bei diesem Format gibt es jedoch große Unterschiede. Je nach eingesetzter Technologie ist es möglich, den oder die Sprecherin auch live in Aktion zu zeigen. Das Video kann den Referenten in unterschiedlichen Ausschnitten (Kopf, halber Körper) zeigen und ihn oder sie ganz verschieden inszenieren. Das bewegte Bild des Referenten ist Sinnbild einer „live-„ Präsentation schlechthin; es erleichtert den Teilnehmenden den Beziehungsaufbau und das Herstellen von Bindung zum Referenten. Der aktive Videopod sollte deshalb möglichst immer eingesetzt werden.

Kein Webinar ist das Präsentieren einer vertonten Powerpoint-Präsentation.

Impulsvortrag mit Diskussion

Dies ist ein ebenfalls recht beliebtes Format. Zu Beginn wird von einem Gastreferenten ein kleiner Impulsvortrag zur Einführung eines Themas gehalten. Im Anschluss daran werden unter Leitung des Moderators Fragen aus dem Publikum entgegengenommen, beantwortet und weiter in die Diskussion eingebracht.

Es gibt dabei verschiedenen Möglichkeiten, sich an der Diskussion zu beteiligen. Am einfachsten ist für viele Teilnehmende dabei immer noch der Chat. Immer beliebter wird es jedoch Diskussionsbeiträge auch mündlich über die Freigabemöglichkeit eines Mikrofons abzugeben. Dies macht die Diskussion natürlich sehr viel flüssiger und schneller.

Online Podiumsdiskussion

Die Podiumsdiskussion ist ein sehr schönes, sehr lebendiges Format. Nach einer kurzen Begrüßung und Einführung diskutieren 4-6 Personen unter der Leitung eines Moderators über ein bestimmtes Thema. Das Publikum kann eigene Fragen über den Chat oder auch über Mikrofon einbringen.

Podiumsdiskussionen eignen sich besonders für kontrovers diskutierte Themen und wenn die Meinung unterschiedlicher Experten herangezogen werden soll.

Online Workshop

Der Online Workshops ist die interaktivste Form eines Webinars. Im Online Workshop wird richtig gearbeitet: Es werden Aufgaben gemeinsam gelöst und präsentiert. Ist die Gruppe größer, dann kann auch n unterschiedlichen virtuellen Räumen gearbeitet werden. Im Anschluss trifft man sich wieder im Plenum, hört und sieht sich die Präsentationen der verschiedenen Arbeitsgruppen an und diskutiert die Ergebnisse miteinander.

Im Online Workshop sehen sich alle Teilnehmenden und sprechen alle über das Mikrofon miteinander. Es können verschiedenen Medien zusammen angesehen und es kann gemeinsam an den unterschiedlichsten Dokumenten gearbeitet werden. Benötigte Arbeitsunterlagen sind rasch hochgeladen oder über Bildschirmfreigabe geteilt. Ebenso können alle be- und erarbeiteten Materialien sowie das Protokoll unmittelbar heruntergeladen und auf dem eigenen PC gespeichert werden.

Großgruppentagungen und virtuelle Kongresse

Auch Großgruppen-Formate werden im virtuellen Raum immer beliebter. Die DaF-Community (DaF = Deutsch als Fremdsprache) bietet z.B. seit vielen Jahren ihren jährlichen Kongress in Form eines 3-tägigen virtuellen Events an. Ganztags werden parallel in verschiedenen virtuellen Räumen Vorträge, Diskussionen und Workshops im Wechsel angeboten.

Online Beratung

Auch Coachings und Beratungen finden immer häufiger Online statt. Möglich ist es, sowohl eine Einzelberatung Online durchzuführen wie auch ein Gruppencoaching. Wichtig ist, wenn gleich oft nicht beachtet, in der Beratung eine Technologie zu wählen, die strengen Datenschutzrichtlinien unterliegt.

Online Einzelberatung ist kein Webinar. Die Online Beratung von Gruppen kann hingegen durchaus als Webinar bezeichnet werden.

Videokonferenz

Auch eine Videokonferenz wird oft als Webinar bezeichnet. Hier passiert meist nichts anderes als in einem realen Konferenzraum auch: Die Teilnehmer sitzen zusammen und arbeiten ihre Agenda ab. Allerdings gibt es hier eine sehr positive Erfahrung: Online Videokonferenzen sind im häufigen Gegensatz zu ihrer analogen Form hocheffizient.

Allerdings ist es möglich, eine solche Konferenz auch öffentlich zu stellen. In einem solchen Fall erscheint der Begriff Webinar auch passend. Wann das vorkommt? Ideal z.B. bei öffentlichen Sitzungen des Gemeinde- oder Stadtrates.
Alle aufgeführten Formate erfordern vom Referenten, Trainer oder den Moderatoren ein Wissen um die Möglichkeiten und Funktionen, die eine innovative Technologie, wie z.B. Adobe Connect heute bieten kann. Hinzu kommt die Kompetenz, dieses Wissen auch zur Anwendung bringen zur können. Die Steuerung der aktiven Teilnahme über Bild und Mikrofon, das gemeinsame Arbeiten an Dokumenten, die Durchführung von Gruppenarbeiten mit anschließender Präsentation im Plenum, dies alles setzt die Kenntnis von bestimmten technischen Funktionen sowie deren methodisch und didaktisch professionelle Anwendung voraus.

Lernen können Sie all dies bei uns.

Und nochmals zu guter Letzt:

WEbinar ist nicht gleich Webinar. Die heute vielfach als „Webinar“ angebotenen „vertonten“ Präsentationen limitieren die Möglichkeiten des Austausches und des gemeinsamen Lernens. Und selbst, wenn es nur darum geht, ein erklärungsbedürftiges Angebot einer Gruppe von interessierten Personen vorzustellen, wird die Gruppe leichter verstehen und akzeptieren, wenn auf ihre emotionalen Bedürfnisse eingegangen wird – und für die Emotionen ist der oder die Referentin in allererster Linie zuständig. Webinare ohne bewegtes Bild des oder der Referentin sind eigentlich gar keine Webinare.

Gerne beantworten wir alle Fragen dazu auch persönlich am Telefon: 08801/911 746. Wir freuen uns auf Ihren Anruf.

samadmin

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